DREI SCHWESTERN – FRAGMENTE (2011)

Drei Schwestern – Fragmente
Anton Tschechow

Im Frühjahr 2011 fand ein treffen zum Thema „Theater als Musik“ mit dem russischen Musiker Kamil Tchalaev statt. Darin wurden die Möglichkeiten für Musikalität in Sprache, Form und Dramaturgie gesucht. Anschließend vermittelte Judith von Radetzky die Spielweise in der sogenannten psychologischen Struktur in einem zweiten Treffen, die Mitglieder von Graphit e.V. forschten an Monologen, Szenen und Dialogen aus Anton Tschechows „Drei Schwestern“.  Schließlich wurden beide Ansätze verschmolzen. Das Ergebnis dieser Arbeit wurde in einer öffentlichen Probe in Berlin präsentiert.

Dokumentationen zu Drei Schwestern – Fragmente“:       

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Inhalt

Heimatlos. Wir sind ohne Zweifel aus  paradiesischen Zuständen verstoßen. Oder haben uns selbst daraus verstoßen. Wir sind in der Fremde – alle. Heimatlose Wanderer, ob wir es wollen oder nicht. So werden wir uns immer nach dem sehnen, was wir gerade nicht haben.
Die drei Schwestern stehen für eine außergewöhnliche Lebenshaltung: auch die schlimmsten äußeren Umstände können sie nicht unterkrigen. Ihre Sehnsucht nach einem besseren Leben bleibt. Sie sind Künstler im Sinne von Beuys: eine Null – Situation erdrückt sie nicht, sondern spornt sie an zu Kreativität.
Der Ansatz von Judith von Radetzky zu den Drei Schwestern bleibt nicht bei drei frustrierten Provinzmädchen stecken. Das Stück ist in seiner Komposition so fugal, komplex und vielschichtig, dass  die allgemeine Deutung, es handele sich um „Szenen aus einem Leben in der Provinz“ schon durch die Struktur des Stückes widerlegt ist….es sei denn, nichts hat Bedeutung – auch nicht eine komplexe Struktur.
Die Arbeit im Frühjahr 2011 war ganz darauf gerichtet, den Schauspielern die Vertikale der Rollen zu vermitteln durch u.a. eine intensive Monologarbeit, die anschließend in der Nikodemuskirche präsentiert wurde.

Regie   Judith von Radetzky

Musik   Kamil Tchalaev

Darsteller

Stephan Maria Fischer (Tschebutykin)

André Scioblowski (Tusenbach)

Lars Jokubeit (Andrej)

Anja Marlene Korpiun (Olga)