Vertrauen
Ich vertraue den Menschen nicht. Ich bin nicht etwa miss-trauisch, nein, das nicht. Ich sehe, was ich spüre. Ich spüre, was ich sehe.
Niemand ist schlecht. Niemand. Gut und schlecht sind wie alte Hüte, die keinem mehr passen, ich spüre, die Hüte drücken. Erdrücken. Und kaum jemand nimmt ihn ab.
Filzig ist er. Es juckt und ich muß mich kratzen.
Weg damit, endlich! Nein. ‚Wollen‘ nutzt da nichts.
Der eine Mensch ist gut, der andere schlecht. Anders gesagt, es gibt das Gute und es gibt das Böse. Das Böse, etwas außerhalb von uns und ganz sicher in uns? Wir sind umfangen, gefangen im Bösen. Lasst uns den Teufel herrufen. Wir brauchen den Beweis!
Was, wenn wir uns nicht eingestehen, dass wir daran glauben? Glauben an Gut und Böse ist nicht gleich es verstehen. Offensichtlich geht es ums Handeln, in dem sich etwas Gutes oder Böses zeigt, also etwas, dass bewertet werden kann.
Können wir alle gemeinsam mal alles Urteilen und ebenso Verurteilen lassen? Alles gelten lassen als Realität. Die diese Welt ist.
Denn — ich staune selbst— daraus erst— erwachsen Fragen. Fragen!

Warum handeln wir so oder so. Woher wissen wir, dieser Mensch tut Gutes, jener Schlechtes. Was ist unser Maßstab? Wir selbst?
Wie brummt unser Motor des Handelns. Und wieder sind wir beim Kreisen, immer nur kreisen – um sich selbst.
Und es tönt und weiß, beurteilt und tut wichtig, verzweifelt und steht auf, stolz die Nase in die Luft gereckt, gehen wir langsam unter.
Was ist Realität?
